prokai Fanfiction: Folge 1: „prologkai“
3. Juli 2026 13 Min. Lesezeit
Disclaimer: Reale Software, fiktive Geschichte.
prokai ist eine real existierende HR-Software Komplettlösung, die neben Zeiterfassung und Projektmanagement auch auf ein komplettes ERP-System erweitert werden kann. Sie wird hier (im Gegensatz zum Rest der Geschichte) realistisch dargestellt. Alleinstellungsmerkmale von prokai sind tatsächlich eine schnelle Implementierung in wenigen Stunden, kinderleichte Bedienung und ein fairer kleiner Preis für KMUs. Diese Fanfiction ist ein humoristisches Herzensprojekt der Marketingabteilung von prokai. Ähnlichkeiten mit realen oder fiktiven Personen sind selbstverständlich rein zufällig. Sollte der BR (oder sonst jemand) eine bayerische Büro-Satire drehen wollen – bitte meldet euch bei uns. 😊
Folge 1: „prologkai“
Korbi stöhnte, Sofie stöhnte. Doch leider nicht in umschlungener Zweisamkeit, wie Korbi insgeheim wünschte, sondern weil ihr gemeinsamer Chef, der „Moser“, mal wieder das gesamte Büro für eine seiner Marketingideen einschwor. Wolfgang Mosers Brust (und Bauch) schwoll auf ungeahnte Ausmaße an und entließ dann den darin tobenden Reklame-Sturm für ihre HR-Software prokai.
“Die meisten HR-Lösungen dauern ewig. Bis die eingeführt san …”, donnerte er anklagend in seine Belegschaft. Korbi hätte schwören können, Windböen in den eigenen Haaren zu spüren.
“Des is’ ein regelrechter Marathon, wo keiner Geld für hat!”, empörte Moser sich weiter, als ob niemand in dem kleinen Meetingraum um die Vorteile ihrer eigenen Personalsoftware wüsste.
Korbi und Sofie tauschten einen Blick der hochgezogenen Augenbrauen aus. Weder die prokai-Messeaufsteller im Büro, die von der einfachen Bedienbarkeit kündeten, jedoch den Weg zum Drucker versperrten, noch die Plakatwand beim Lidl auf der anderen Straßenseite, die prokai als regionale Softwarespezialität anpries, schienen bei Moser den Eindruck zu erwecken, dass seine Mannschaft das eigene Produkt gut kannte. Bis aufs stille Örtchen schrien die Werbesticker “Wenn dich deine HR-Software zur Diva macht, hol dir prokai” die eigenen Mitarbeiter an, es bloß nicht zu vergessen.
Der gewaltige Schnauzbart ihres bayrischen Chefs erzitterte kurz, bevor er sich noch steigerte: “Deswegen rennen mia jetzt – mit unseren prokai-Shirts an – ein Halbmarathon. Des dauert genau unter zwei Stunden…” er fixierte seine Mannschaft aus Korbi (IT-Support), Sofie (Büroassistenz) und Oskar (ebenfalls IT-Support), wie ein Kreisligatrainer in der Halbzeitpause.
Oskar nutzte die kurze Stille natürlich sofort zum Arschkriechen und rief begeistert rein: “… So kurz, wie die prokai Einführung dauert!”.
Stolz kräuselte sich Mosers Schnauzer zu einem Lächeln. “Genau, weil des langt, bis man unser HR-Baby benutzen kann!”, schloss er ab. „Des muss halt bloß auch die Welt da draußen erfahren.”
Korbi seufzte, Sofie seufzte und er hätte schwören können, sogar die Kaffeemaschine in der Ecke seufzte. Wie er den Moser kannte, würde er jetzt alle um 7:00 in der Früh antanzen lassen, um zehn Runden um den Lidl-Parkplatz zu hecheln. Zehn peinliche Runden im Scheinwerferlicht der eigenen Reklametafel, nur um drei Leads mehr einzuheimsen – wenn überhaupt. Diese verlorene Energie beim eigentlichen Arbeitsbeginn um 8:00 wieder herzustellen, traute sich vermutlich nicht mal ihre treue, immerfleißige Kaffeemaschine zu.
“Jetzt macht nicht so ein Gesicht”, feuerte Moser seine Startelf an. “Reden ist Silber, aber Schwitzen ist Gold!”
“Genau”, pflichtete Oskar ihm bei und Sofie verdrehte ihre schwarz geschminkten Augen. Korbi verzückten ihre Grübchen, als sie genervt den Mund verzog.
“Sofie, Korbi! Ihr zwoa organisierts des. Morgen in der Früh geht’s los mit dem Training”, hörte Korbi seinen Chef delegieren. Er hatte mit seiner Vermutung Recht behalten und durfte zur Belohnung tatsächlich um den Parkplatz joggen. Während er Oskar aus dem Augenwinkel begeistert mit den Händen klatschen sah, wagte er einen vergeblichen Abwehrversuch: “Ich mach doch IT-Support.”
“Und ich Sekretariat!”, sprang Sofie ihm zur Seite.
„Schmarrn.“ Moser bedachte beide mit einem kurzen Blick und versetzte dann ungerührt: “Und wehe einer kommt mit einem Bayern-Trikot. Mia san Sechziger! Mein liebes prokai wird mir nicht mit den Roten zusammen gezeigt! Des Menschliche in Human Resources Software gibts noch bei uns bei prokai; und des menschliche im Fußball gibts noch bei uns Blauen. So! Auf gehts!”
Korbi und Sofie warfen sich einen leidigen Blick zu und damit war das Meeting offensichtlich beendet, denn Moser rollte wie eine Dampfwalze zurück in sein Büro, Oskar in seinem Fahrwasser mit sich ziehend, und bellte schon die nächsten Befehle, die dieser eifrig in sein Tablet schrieb.
Auch wenn Korbi sich wenig Schlimmeres vorstellen konnte, als in aller Herrgottsfrühe mit seinen Arbeitskollegen auf einem Supermarktparkplatz Runden zu laufen, so freute er sich doch sehr auf die viele gemeinsame Zeit mit Sofie, die ihm aufmunternd auf die hängenden Schultern klopfte und ihm zuraunte: „Des wird schon, Korbi. Machen wir das Beste draus.“ Und schon wurde es ihm wieder warm ums Herz. Bis zum nächsten Morgen.
Das erste Training
Es nieselte und der Lidl-Parkplatz glänzte mitleidig im violetten Morgenlicht, als Moser mit seinem geliebten Oldtimer, einer gelben Ente, vorfuhr. Die selbsternannte rechte Hand Oskar war selbstverständlich als erstes dort gewesen und dehnte sich schon höchst unerotisch, als Korbi und Sofie beim Lidl eintrafen. Auch Rosi aus der Personalabteilung und Frau Hänsle-Schmidt aus der Buchhaltung waren für ihre freilich hochgeliebte HR-Software angetreten. Alle trugen die neonblauen prokai-Shirts, die von der letzten Personalmesse übrig geblieben waren, im Nieselregen jedoch einiges an Strahlkraft eingebüßt hatten.
Moser zwängte seinen gewaltigen Körper hinter dem viel zu kleinen Lenkrad hervor und klatschte begeistert in seine behaarten Pranken, die als Einzige nicht im nasskalten Aprilwetter blau angelaufen waren. “Griaß eich! Wer filmt des ois?”, begrüßte er die begossenen Pudel seiner Laufgruppe.
Wenige Sekunden später wackelten hellblaue Leibchen hinter Moser, dem menschengewordenen Rauhaardackel mit gewaltigen Körpermaßen und noch gewaltigerem Schnauzbart, über den nassen Parkplatz. Korbi und Sofie versuchten halb laufend, halb fotografierend ein paar Bilder für den prokai-LinkedIn-Kanal einzufangen, die weniger Fremdscham und mehr “wir-laufen-die-extra-Meile“ ausdrückten.
“Schaut’s – unsere Werbung!”, dröhnte Moser, dessen mächtiger Bass noch keine Ermüdungserscheinungen vom Joggen zeigte, und deutete auf das Plakat, das prokai als regionale HR-Softwarespezialität bewarb. Der Produkthinweis sagte explizit: „Liebe Personaler, des‘ IS‘ ein Serviervorschlag!“.
“Davor laufen mia jetzt alle lang. Und ned wie trauriges Gemüse bitte.” Er schnaufte hörbar und bellte dann hinterher “CHEESE!”.
Sofie versuchte das Unmögliche: Das blau wackelnde Michelinmännchen mit dem Stammtischschnauzer so zu fotografieren, dass es nicht aussah wie eine Bewerbung für “The Biggest Loser”. Korbi auf der anderen Seite mühte sich ab, Rosi, die wohlwollend betrachtet den Körperbau einer sehr schlanken Vogelscheuche hatte, jedoch auf ein XXXL prokai Shirt bestanden hatte, nicht wie Haut und Knochen – naja, Blau und Knochen – aussehen zu lassen.
Oskar hatte zur Unfreude aller (außer Rosi anscheinend, wie Korbi schmunzelnd bemerkte) hautenge Kompressionsshorts angezogen, die leider wenig Raum für Interpretation boten, da sie generell wenig Raum boten. Natürlich in den prokai-Farben. Es musste eine Eigenanfertigung sein, denn über seinen eng eingepackten Pobacken stand in sehr kleinen Lettern: “Wenn Sie das hier lesen können, suchen Sie zu dringend ein HR-System – pro(ktolog)kai“, was tatsächlich lustig war, das musste Korbi anerkennen. Dass Speicherlecker-Oskar sich nun in der Fotopause zum Dehnen in den herabschauenden Hund begab, trübte Korbis Bewunderung allerdings schnell wieder.
Sofie knuffte ihm in die Seite, um ihn auf Rosi aufmerksam zu machen, die konzertiert ihrer Unterlippe kaute, während sie die witzigen Zeilen auf Oskars emporgestreckten Hinterteil eingehend studierte. Korbi flüsterte Sofie ein lautloses “Oh mein Gott” rüber, welches sie mit einem schelmischen Schulterzucken quittierte, dann kicherten beide ob der Absurdität der ganzen Szene.
Wieder im Büro trieb ein schnaufender wilder Eber namens Moser das schmunzelnde Duo weiter an: “Ihr zwoa.. machts eine.. LinkedIn.. Kampagne.. draus!”
Von Lidl zu LinkedIn
Ob Regen oder Schweiß von den äußeren Borsten des mächtigen Schnauzbarts herunter auf den prokai-blauen-Teppichboden troff, vermochte Korbi nicht zu sagen.
“HR-Software… Einführung.. darf kein.. Marathon sein…. und …” stieß ihr Chef hochrot hervor und stützte seinen bebenden Oberkörper an einer Wand ab.
Sofie beeilte sich Mosers Satz zu beenden, bevor er noch hier im Büro kollabierte. “… und mit prokai läufts in unter zwei Stunden. Jaja, das wissen wir. Machen Sie sich keine Sorgen, Herr Moser”, fügte sie eilig hinzu, schnappte sich Korbi am Arm und zog ihn mit ins Büro während sie laut und für ihren Chef gut hörbar mit Korbi über die Kampagne sprach, damit er sich beruhigte und wieder zu Luft kam. Korbi hingegen war elektrisiert von ihrer Berührung an seinem Arm und stolperte ja-sagend neben ihr her. Alle Haare seines Unterarms kribbelten unter der Berührung ihrer schwarz lackierten und unglaublich weichen Finger.
Der Eine, sie zu knechten
Etwas später am Tag krachten Mosers fleischige Oberarme auf Sofies Pult und prüften die Standhaftigkeit des billigen Ikea-Holzes, das schmerzerfüllt unter dem Bierfass eines Oberkörpers ächzte.
“Du Sofie, jetzt sag a’ mal.” Seine riesige Pranke einer Hand fördert ein im Vergleich winzig erscheinendes iPhone hervor, das er Sofie weniger unter, als vielmehr gegen die Nase hielt. “Schau dir des a’ mal an”, bellte er so laut durchs Büro und gegenihre Haare, dass sich ihre schwarze Mähne kurz, wie bei der Landung eines Helikopters, in alle Richtungen gleichzeitig plattdrückte und fügte dann leise, nur für ihre Ohren, ja fast zärtlich, hinzu: “Der Oskar … des is’ a guter Fang. Ich hob gesehn, wie du sein knackerten Oarschl in der Radlerhose o’geschaut hast.”
Sofie war so überrascht von Mosers Vorstoß, dass es eine Untertreibung war zu sagen, dass sie ihre Augen aufriss. Ihre Augäpfel versuchten geradezu, heraus aus ihrem Schädel, vor der Situation zu fliehen.
“W … Was?”, stammelte sie hervor und sah sich panisch um, nach einem rettenden Anker, etwa dem unerreichbaren Feueralarm an der gegenüberliegenden Wand und nach Möglichkeiten zur spontanen Selbstentzündung. Sie blickte jedoch nur in den ganz normalen Büro-Wahnsinn aus prokai-Messeaufstellern, quietschenden Schreibtischstühlen und HR-Software Werbestickern.
“Ich äh…”, improvisierte sie panisch, “ähh… ich bin doch verheiratet, Herr Moser.”
„Warum trägst du denn koan Ring zefix?“, flüsterte der kuppelnde Rauhaardackel zurück. „Weißt du ned, dass ich deswegen eine Watschn von der Personalabteilung kriegen kann? Wegen denen muss ich eh andauernd mei Maul haltn.“
Wann der Moser je leise gewesen war, wollte Sofie gerne wissen, beeilte sich jedoch schnell eine plausible Antwort hervorzubringen.
„Ich äh… habe eine Allergie gegen das Metall bekommen“, plapperte sie in gedämpftem Ton drauf los. „Ich wollte ja natürlich einen schwarzen Ring. Aber da hab‘ ich leider einen Ausschlag bekommen“, zuckte sie mit den Schultern und hoffte, dass sich der bedrohliche Schnauzbart wenigstens ein paar Zentimeter von ihrem Gesicht wegbewegen würde.
„Joa mei, wenn ich des gewusst hätte. Unsere Sofie. Ist schon unter der Hauben.“
Ob dieser Neuigkeit schüttelte Mosers fassartiger Brustkorb los vor Lachen. „Joa mei. Hahaha. Wenn ich des gewusst hätte.“ Damit rumpelte ihr Chef vor sich hin glucksend davon in sein Büro. Für ihn war die Sache damit anscheinend gegessen.
Sofie prüfte ihre Smokey Eyes und strich sich die rabenschwarze Mähne nach hinten, weniger aus Eitelkeit, vielmehr um ihren Puls mit den routinierten Bewegungen wieder zu beruhigen.
Korbis Herz, das die ganze Szene ähnlich schockiert mitverfolgt hatte, wenn auch aus anderen Gründen schockiert, zerbrach in diesem Augenblick. Nicht in tausend Teile, wie man das im deutschen Schlager besang. Vielmehr wurde es unsanft entzwei gezogen, bis das eine Stück wie ein Kloß gegen seinen Hals drückte und sich die andere Hälfte schwer gegen sein Zwerchfell presste und das Atmen erschwerte.
Firmenlauf im Olympiapark
Nach drei Monaten Training, nach 600 traurigen Runden um den Lidl Parkplatz, war der große Firmenlauf im Olympiapark endlich da.
„Dorten holen mia uns die ganzen HR-Leads rein“, frohlockte Moser und hatte zudem beschlossen, während des Laufs ein Live-Interview zu geben, das auf sämtlichen Social-Kanälen von prokai gestreamt wurde. Sofie hatte große Bedenken, dass der riesige menschliche Rauhaardackel nicht mal ohne Interview lebend aus dem Lauf kommen würde, aber es gab keine zwei Meinungen bei seinen Unterfangen.
Sie und Korbi saßen in einem extra angemieteten E-Lastenrad, damit sie den prokai-HR-Run möglichst ruckelfrei und mit möglichst vielen Live-Stream-Handys in die Welt übertragen konnten. Korbi hatte sich erkältet und sie sich den Knöchel verstaucht, da sie filmend über einen Bordstein gestolpert war. Glück im Unglück.
„Was bedeutet dieser Lauf?“, begann Moser sich selbst die Fragen zu stellen, nachdem die Menschentraube des Münchner Firmenlaufs sich in Gang gesetzt hatte. Hinter ihm schwenkte Oskar eine prokai-Flagge mit dem Versprechen: „HR-Einführung sollte kein Marathon sein. prokai läuft in unter zwei Stunden“, und verstieß damit sicherlich direkt gegen mehrere Sicherheitsbestimmungen der Veranstaltung. Eingekesselt von einer geschniegelten Toloitte-Laufgruppe, einer bunten Alt von Glänz Agency und der riesigen AVVO-Belegschaft waren sie aber bestimmt sicher vor den Ordnern des Olympiaparks, kalkulierte Sofie, während sie Mosers Monolog für LinkedIn-Live filmte. Außerdem waren Rosi, die ohnehin immer gerne hinter Oskars Hinterteil herlief, als auch Frau Hänsle-Schmidt dazu angehalten worden, unliebsame Störungen von der prokai Werbebotschaft fernzuhalten.
„Mia san jetzt.. bei einer Stund‘.. und Dreißige“ schnaufte Moser etwas später in die Kameras, dessen Kopf mittlerweile eher einer hochroten Tomate mit Schnauzbart glich. „Des ist eine.. gute Pace..“
Oskar sprang seinem schwer atmenden Vorbild zu Seite und fügte hinzu: „In dieser Pace wird auch prokai ihre HR einfacher machen!“ Zur Bestätigung versuchte er, die Flagge in den gefilmten Bildausschnitt zu schwenken, traf damit beinahe eine Läuferin der Alt von Glänz Agency und schließlich ein dickes, straff gespanntes Kabel, das von einem Food-Truck zu einem Verteilerkasten führte.
Einen Augenblick passierte nichts. Dann passierte alles.
Oskar wurde nach hinten gerissen und ging unsanft zu Boden. Eine Massenkarambolage entstand, Unternehmensberater stürzten über Agenturmädels, Moser bellte Anweisungen und Rosi warf sich todesmutig in die Menge, um ihren Oskar zu retten. Wie ein Theatervorhang senkte sich die neonblaue prokai-Flagge über die ungewollte Netzwerkveranstaltung am Boden und tauchte die Unglückseligen in Dunkelheit.
Des is ois Content
Am selben Abend nach dem Firmenlauf saßen Korbi und Sofie zu zweit im Meetingraum. Draußen ging die Sonne hinter dem Lidl-Parkplatz unter und tauchte die Werbetafel ihrer regionalen Softwarespezialität in ein warmes Orange. Auf dem Tisch stapelten sich Müsliriegel, Kaffeetassen und mittlerweile auch ein paar Bierflaschen. Den ganzen Nachmittag und Abend hatten sie Content gepostet und nun schien endlich der letzte Beitrag veröffentlicht, die wichtigsten Kommentare beantwortet und – man glaubte es kaum – die ersten Anfragen für prokai an den Vertrieb übergeben.
„Wer hätte gedacht, dass wir nicht nur eins, sondern sogar zwei virale Videos produziert haben“, lehnte sich Korbi ächzend, aber zufrieden, in seinem Stuhl zurück. Kurz betrachtete er Sofies dunkle Lippen, fokussierte sich dann aber wieder auf sein Feierabendbier.
„Rosi hat sich mit ihrer hochengagierten Mund-zu-Mund Beatmung aber auch ordentlich ins Zeug gelegt“, lachte Sofie. „Eigentlich NSFW und mindestens ein Fall für die Personalabteilung.“
„Rosi! Ich bin nicht tot“, äffte Korbi schmunzelnd den hilflosen Oskar nach, wie der versuchte sich vor einer sehr feuchten und züngeligen Reanimation zu retten. „Wer hätte ahnen können, dass sie eine solch leidenschaftliche Küsserin ist.“
Sofie hielt sich den Bauch vor Lachen und blickte Korbi verschmitzt an, der ihren Blick kurz ebenso schelmisch erwiderte, sich dann aber wieder – etwas zu abrupt, fand Sofie, aber vielleicht bildete sie sich das ein – seinem Bier widmete.
„Und die zwei Stunden haben wir auch noch geknackt“, schüttelte die Sekretärin ungläubig ihren Kopf und betrachtete ein Bild von Frau-Hänsle-Schmidt im prokai-Laufshirt, die stolz ihre Finishtime von 01:59:13 in die Kamera hielt.
„Jetzt ist unsere gute alte Buchhalterin kurz vor der Rente doch noch zum Model geworden“, nickte Korbi anerkennend und schloss endlich sein Notebook. „Jetzt werden wir sie erstmal Monate, vielleicht sogar Jahre lang, auf jeder Webseite, jedem Flyer und natürlich jedem Toilettensticker sehen“, seufzte er.
„Man muss es Moser zugutehalten…“, meinte Sofie und klappte nun, ebenfalls geschafft, ihren Laptop zu. „Die ganze Halbmarathon-Idee und der Spruch: Neue HR-Software in unter zwei Stunden mit prokai… Das hat sehr gut funktioniert.“ Nach einer kurzen Pause fügte sie noch hinzu „Gehen wir noch was trinken?“
„Och puh, ich bin ehrlich gesagt hundemüde“, erwiderte Korbi entschuldigend und packte zusammen. „Bis Montag, Sofie.“
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